Der beste Job der Welt

Da ich diesem Blog den schönen Untertitel „alles was sie über mein Leben wissen müssen“ gegeben habe, fange ich heute mit einem kleinen Schwank in die Vergangenheit an, damit Sie auch alles wissen, was Sie wissen müssen und damit Sie wissen, warum ich so viel Langweile habe und einen Blog schreibe. Am 31.10.2017 habe ich „Die Trompete“ in Bochum das erste Mal betreten. Ein Clubbesuch, der mein Leben wahrscheinlich für immer verändert hat. Die Trompete ist ein kleiner Indieclub im Bochumer „Bermudadreieck“, in dem genau meine Musik gespielt wird. Ein gewisser Dirk Krogull, der später einmal ein guter Freund sein wird, den ich und der Freund, mit dem ich an jenem Abend unterwegs war, früher an dem Abend im „Intershop“ kennen gelernt hatten, hat uns mitgenommen. Mit Dirk habe ich Ende letzten Jahres angefangen ein Buch zu schreiben, aus dem ich nun eine Passage von mir zitieren werde, welche die Trompete gut beschreibt.

„Sie kriegen einen Stempel auf die Hand und gehen die schmale Treppe herunter. Unten angekommen stehen sie in einem kleinen Flur, von dem aus man durch einen Türrahmen […] in einen weiteren Raum [kommt]. Es ist schwer zu erkennen, wie groß der Raum ist. Nebel, der von lilanen und blauen Scheinwerfern angestrahlt wird, versperrt die Sicht. Über der Menschenmasse auf der Tanzfläche hängt eine große Discokugel. Schweiß und Zigarettenrauch überlagern jeden anderen Geruch. Die Musik ist laut. So laut, dass sie jegliche Sinneswahrnehmungen einnimmt. Es läuft Bitter End von Placebo. Die drei drängen sich durch die Menschen zur Bar, bestellen Bier und gehen Richtung Tanzfläche, wo die Menschen dicht aneinandergedrängt tanzen, wild, manche in Paaren oder Gruppen, manche alleine, obwohl individuelle Bewegungen kaum möglich sind.“

Das beschreibt meine ersten Eindrücke, als ich diesen Raum betreten habe, sehr gut. Es hat nicht lange gedauert, bis mich alle Mitarbeiter dort kannten. Meine Freunde und ich waren an Wochenenden nur noch dort aufzufinden und meine Schwester war die einzige, offiziell vom Chef geduldete Minderjährige, die in meinem Beisein in den Laden durfte. 

Inwiefern hat es denn jetzt sein Leben verändert, fragen Sie sich jetzt sicherlich. Bisher klingt es ja einfach nach einer Stammdiskothek, wie wahrscheinlich jeder von uns sie hat. Ungefähr ein Jahr, nachdem ich den Laden also das erste Mal betreten habe (ein Jahr in dem ich, außer ich war nicht in Bochum, jedes Wochenende dort verbracht habe), hat mich einer der Resident Discjockeys angesprochen. Wir kannten uns natürlich schon, aber dieses Mal war es nicht der typische Smalltalk, den wir sonst gehalten haben, dieses Mal kam er auf mich zu und sagte mir er hätte einen Job für mich, den „besten Job der Welt“ und dass wir uns am Montag um 21 Uhr im Intershop treffen. 

Alle die mich kennen, wissen, worauf das ganze hier hinausläuft. Ich kam also an diesem Herbstabend 2018 in den Intershop, nicht ahnend, was für ein Job das sein soll, den er mir anbieten möchte. Ich sollte in der Trompete auflegen. Jede Woche, so sagte er, sähe er, wie gut ich die Musik kenne, die in der Trompete gespielt wird. Alles Handwerkliche würde er mir beibringen und das hat er an witzigen Abenden im leeren Club. Und das, liebe Leser, hat mein Leben verändert. Von nun an war ich nicht mehr nur der coolste Gast von allen, sondern der coolste Typ im Laden. 

Und so lief mein Leben der letzten zwei Jahre. Mein Job war es zu feiern und Leuten gleichzeitig meine Musik nahe zu bringen. Es war tatsächlich der beste Job der Welt.

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